Fragmentin, Displuvium, 2019, courtesy the artist

Fragmentin, Displuvium

Year: 2019
Type: Mixed-Media Installation
Media Format: 2 screens, weathering steel, black aluminium, 3D printed nozzles, water pumps, electronic components, computer, water
Duration: C. 20‘ loop
Dimension: 205 x 100 x 15 cm
Credits: In collaboration with Renaud Defrancesco
Acquisition: Acquired 2019, inv.no. S0079
Artwork Link: https://www.fragment.in/artworks/displuvium/
Artist Website: www.fragment.in

Info
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Fragmentin, Displuvium, 2019, courtesy the artist
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Fragmentin, Displuvium, 2019, courtesy the artist
Fragmentin, Displuvium, 2019, courtesy the artist
Fragmentin, Displuvium, 2019, Ausstellung Schweizer Medienkunst: !Mediengruppe Bitnik, Fragmentin, Lauren Huret – Pax Art Awards 2018, HeK (Haus der elektronischen Künste Basel). Foto: Franz Wamhof
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Fragmentin ist ein Künstlerkollektiv bestehend aus Laura Perrenoud, David Colombini und Marc Dubois mit Basis in Lausanne. In Displuvium (2019) untersuchen sie die Bestrebungen des Menschen, in die Natur einzugreifen, in diesem Fall durch gezielte Wettermodifikationen. 
Ein grosses, ovales Wasserbassin am Boden ist über Kabel mit zwei Monitoren an der Wand verbunden. Die Monitore erzählen in willkürlicher Reihenfolge zwölf Episoden aussergewöhnlicher Niederschläge natürlicher Ursache oder in Folge einer Wettermodifikation seit den 1940er Jahren bis heute. So sehen wir, wie 1992 Russland für eine Militärparade in Moskau sicherstellte, dass kein Regen die Feierlichkeiten stören würde, mittels Chemikalien, die aus Flugzeugen in die Wolken gesprüht wurden. Oder wie 2008 Peking nach langanhaltender Trockenheit versuchte, Regen auszulösen und stattdessen ein verheerender Schneesturm die Stadt überzog. 
Der Boden des Wasserbassins ist, für die Betrachtenden unsichtbar, mit Unterwasserdüsen überzogen, die quasi künstlich den Eindruck von in das Bassin fallenden Regentropfen erzeugen. Daher rührt auch der Titel der Installation. Das Displuvium einer antiken römischen Stadtvilla war ein Becken unter dem offenen Atriumsdach, welches die einfallenden Regentropfen aufnahm und so für die Bewohner einen direkten Bezug zur Aussenwelt darstellte. Berichten die Monitore von einem natürlichen Niederschlag, herrscht auch im Wasserbecken die Simulation eines natürlichen All-over Regenschauers. Zeigt sich auf den Monitoren jedoch der Bericht einer menschlichen Manipulation, beginnen sukzessive auch die Regentropfen artifizielle Muster zu bilden, die stutzig machen, und verdeutlichen, dass da etwas mit dem Regen nicht stimmen kann.
Die Installation deckt auf, wie weitreichend die menschlichen Eingriffe in natürliche Abläufe sind und zeigt letztlich die Grenzen der Macht von Wissenschaft und Technik über die Natur, die sich der menschlichen Kontrolle glücklicherweise nicht wirklich unterwerfen lässt.
(Text: Bettina Back)

Artist Bio

Fragmentin ist ein Künstlerkollektiv mit Sitz in Lausanne, Schweiz, das 2014 gegründet wurde und sich aus drei Alumni der ECAL (Hochschule für Kunst und Design Lausanne) zusammensetzt: Laura Perrenoud (*1991, Lausanne), David Colombini (*1989, Lausanne) und Marc Dubois (*1985, Basel).
An der Schnittstelle von Kunst und Technik hinterfragen Fragmentin die Auswirkungen des Digitalen auf das älltagliche Leben, indem sie das Potenzial von Technologie für Kontrolle und Verschleierung untersuchen. Beeinflusst von Künstlern wie Alain Damasio, Eric Sadin und James Bridle, stellen Fragmentins Installationen den Zufall, die Wahllosigkeit und das Unerwartete als Mittel gegen Kontrolle dar.