Zimoun, 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System, 2009

Zimoun, 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System

Year: 2009
Type: Video
Media Format: Video
Dimension:
Duration: variable
Edition:
Credits:
Acquisition: Acquired 2018, inv.no. S0066
Artwork Link: https://www.zimoun.net/sculptures/
Artist Website: www.zimoun.net
Artist Website:

Info
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Zimoun, 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System, 2009
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Das Video 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System (2009) des kinetisch-minimalistischen Klangkünstlers Zimoun nimmt die Geräuschkulisse lebendiger Holzwürmer als Ausgangsbasis für die Erzeugung einer atonalen, minimalistischen Klangwelt. Das über dem Stück Baumrinde montierte Mikrophon verstärkt die Nagegeräusche der 25 darin eingeschlossenen Holzwürmer, bzw. macht sie überhaupt erst für das menschliche Ohr hörbar. Auch hier, wie bei allen Arbeiten des Berners, ist die Versuchsanordnung denkbar einfach, das Resultat jedoch ein komplexer und nicht wiederholbarer Klangteppich.
Die Nähe zu den Geräuschkulissen seiner übrigen und späteren Arbeiten, wie etwa seine Installation mit Holzstäben, die mittels rotierender Gleichstrommotoren auf den Boden aufschlagen, 600 prepared DC-Motors, 58kg Wood (2017) ist deutlich zu hören. Die geschäftige, kleinteilige Klangwelt seiner Arbeiten lässt sich mit dem erratischen, emsigen Treiben von Insektenverbänden beschreiben.
Die erzeugten Geräusche sind, wie bei den Holzwürmern als einzelne Laute eher zart und schnell, zwar repetitiv, jedoch a-rhythmisch und in einem Zusammenspiel von 25 Tongeneratoren oder mehr bekommen sie etwas Diffuses, das sich über einen ganzen Raum hinweg und auch über ihn hinaus wogend auszubreiten vermag und scheinbar, aber eben nur scheinbar einer eigenen Schwarmlogik folgt, die jedoch ihrerseits, wie wir wissen auf Zufall beruht. Nur Tiere wie Termiten oder Ameisen folgen einer eigenen Logik, Holzwürmer weisen dieses Schwarmverhalten nicht auf. Wie auch die Holzstäbe und Baumwollbällchen des Künstlers, entfesseln sie jeweils einzigartige Klangsequenzen, die rein aus dem Moment heraus entstehen.
(Text: Bettina Back)

Artist Bio

Aufgewachsen in Moosaffoltern bei Bern. Zimoun erlernt als Kind verschiedene Musikinstrumente und notiert bereits im Alter von zehn Jahren erste eigene, einfache Kompositionen. Ausbildung am Lehrerseminar in Bern (1996–2000). Seine ersten musikalischen und visuellen Arbeiten zeigt er im Tonus Labor (später Orbital Garden) des Berner Musikers und Komponisten Don Li. Ab 2004 Förderpreise und Stipendien, unter anderem Aeschlimann Corti-Stipendium, Kiefer Halblitzel Preis (2006), Auslandstipendium des Kantons Bern für New York (2007) und Honorary Mention Ars Electronica in Linz (2010). Während seines dreimonatigen Artist-in-Residence-Stipendiums in China im Jahr 2004 führt Zimoun in verschiedenen chinesischen Städten 15 Live-Performances durch. Akustische Performances präsentiert Zimoun an Festivals und Konzerthäusern, unter anderem am Elektra Festival Montreal, an der Royal Academy of Music Dänemark, am Festival Transmediale in Berlin oder Sonic Acts Festival in Amsterdam. Institutionelle Einzelausstellungen im Kunstmuseum Liechtenstein (2010), im Ringling Museum of Art in Sarasota, Florida (2011), Museum MIS São Paulo (2012), Borusan Contemporary Istanbul (2012), Nam June Paik Museum Seoul (2012), Harnett Museum of Art Richmond (2013), Rennes, im Musée des Beaux-Arts und im Musée Les Champs Libres (zeitgleich im 2013), Musée des beaux-arts in Le Locle (2016/17), Le Centquatre in Paris (2017), Museum of Contemporary Art Busan (2018). Weiter nimmt er weltweit an zahlreichen institutionellen Gruppenausstellungen teil, unter anderem in Asien, Kanada und Südamerika: 2012 und 2016 in Taipei, 2013 in Seoul, 2014 und 2016 in Montreal, 2016 Santiago de Chile und im Kunstmuseum Thun.

2004–2008 Zusammenarbeit mit dem Künstler Pe Lang. Seit 2011 Zusammenarbeit mit Tanzduo Delgado Fuchs (Nadine Fuchs und Marco Delgado) unter dem Namen A Normal Working Day. Zimoun lebt und arbeitet in Bern.