Zimoun, 2 prepared DC-Motors, Cotton Balls, Cardboard Boxes 16.5 x 12 x 5 cm, 2013

Zimoun, 2 prepared DC-Motors, Cotton Balls, Cardboard Boxes 16.5 x 12 x 5 cm

Year: 2013
Type: Klangskulptur
Media Format: 2 DC motors, 2 cotton balls, 2 cardboard boxes
Dimension:
Duration: variable
Edition:
Credits:
Acquisition: Acquired 2018, inv.no. S0067
Artwork Link: https://www.zimoun.net/sculptures/
Artist Website: www.zimoun.net
Artist Website:

Info
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Zimoun, 2 prepared DC-Motors, Cotton Balls, Cardboard Boxes 16.5 x 12 x 5 cm, 2013
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Mit dem kinetischen, partizipativen Klangobjekt 2 prepared DC-Motors, Cotton Balls, Cardboard Boxes 16.5 x 12 x 5 cm (2013) hat Zimoun zwei kleinere Kartonboxen über ein mit einem Draht verstärktes Klebeband zu einem portablen Kopfhörer verbunden. Wie bei der Grundeinheit des 1 prepared DC-Motors, 2012 dienen die Kartonboxen als Klangkörper für die auf ihnen mittels der Gleichstrommotoren rotierenden Baumwollbällchen. Setzen die Betrachtenden den Kopfhörer auf und schalten ihn über den Kippschalter ein, übernehmen ihre Ohren quasi die Rolle eines Verstärkers. Das a-rhythmische Pochen wird zu einer immersiven Klangwelt verstärkt, die alle anderen Geräusche aussen vor lässt.
Zimoun selbst spricht von einer seinen Arbeiten zugrunde liegenden «primitiven Komplexität». Die darin liegende Polarität offenbart sich bereits in der kleinsten Einheit der einzelnen Box. Die einfachen, primitiven Materialen sind in Handarbeit so zusammengestellt, dass sich eine jeweils einzigartige und nicht genau wiederholbare Klangwolke rund um die Box ausbreitet. Dies verdoppelt sich bei dem Zusammenspiel von zwei Rhythmen im Kopfhörer und steigert sich in den Installationen um ein Vielfaches, wo hunderte dieser Grundeinheiten, in einer Art Minimalismus hoch zwei, zusammen einen immerfort einzigartigen, begehbaren Klangraum erschaffen.
Die minimalistische Anmut und intrinsische Magie seiner kinetischen Klangräume erinnert an den ebenfalls in der Sammlung des HeK vertretenen Pe Lang, mit dem ihn von 2004 bis 2008 eine Zusammenarbeit verband.
(Text: Bettina Back)

Artist Bio

Aufgewachsen in Moosaffoltern bei Bern. Zimoun erlernt als Kind verschiedene Musikinstrumente und notiert bereits im Alter von zehn Jahren erste eigene, einfache Kompositionen. Ausbildung am Lehrerseminar in Bern (1996–2000). Seine ersten musikalischen und visuellen Arbeiten zeigt er im Tonus Labor (später Orbital Garden) des Berner Musikers und Komponisten Don Li. Ab 2004 Förderpreise und Stipendien, unter anderem Aeschlimann Corti-Stipendium, Kiefer Halblitzel Preis (2006), Auslandstipendium des Kantons Bern für New York (2007) und Honorary Mention Ars Electronica in Linz (2010). Während seines dreimonatigen Artist-in-Residence-Stipendiums in China im Jahr 2004 führt Zimoun in verschiedenen chinesischen Städten 15 Live-Performances durch. Akustische Performances präsentiert Zimoun an Festivals und Konzerthäusern, unter anderem am Elektra Festival Montreal, an der Royal Academy of Music Dänemark, am Festival Transmediale in Berlin oder Sonic Acts Festival in Amsterdam. Institutionelle Einzelausstellungen im Kunstmuseum Liechtenstein (2010), im Ringling Museum of Art in Sarasota, Florida (2011), Museum MIS São Paulo (2012), Borusan Contemporary Istanbul (2012), Nam June Paik Museum Seoul (2012), Harnett Museum of Art Richmond (2013), Rennes, im Musée des Beaux-Arts und im Musée Les Champs Libres (zeitgleich im 2013), Musée des beaux-arts in Le Locle (2016/17), Le Centquatre in Paris (2017), Museum of Contemporary Art Busan (2018). Weiter nimmt er weltweit an zahlreichen institutionellen Gruppenausstellungen teil, unter anderem in Asien, Kanada und Südamerika: 2012 und 2016 in Taipei, 2013 in Seoul, 2014 und 2016 in Montreal, 2016 Santiago de Chile und im Kunstmuseum Thun.

2004–2008 Zusammenarbeit mit dem Künstler Pe Lang. Seit 2011 Zusammenarbeit mit Tanzduo Delgado Fuchs (Nadine Fuchs und Marco Delgado) unter dem Namen A Normal Working Day. Zimoun lebt und arbeitet in Bern.