Net Entcounters - Till Langschied

Für Net Encounters lädt Till Langschieds Performance-Avatar Till Tumaroh dazu ein, das Internet als eine magisch aufgeladene Welt voller eigener Geschichten und Mythen zu sehen.

Till Langschied über seine Arbeit:

«Der digitale und durch verschiedene Zeiten reisende Tumaroh entdeckt in den Anfängen des Internets die “Graphics-Incantation-Formats” - kurz G-I-F. Diese gif-Animationen beherbergen laut Tumaroh eine geheime Kraft, wenn der oder die Internet-Nutzer*in das für ihn oder sie richtige gif erhält und auf seinem oder ihrem Computer speichert.»

Damit die Besucher*in des Net Encounters sein oder ihr entsprechendes gif aus einem der acht «Graphics-Incantation-Formats» erhalten kann, programmierte Tumaroh eine Selecter-AR-App, die über Instagram oder Facebook abrufbar ist. Nachdem man auf die Startgrafik tappt, wird einem ein gif zugewiesen. Dieser Prozess lässt sich innerhalb von Instagram und Facebook als Video oder Foto dokumentieren. Anschliessend kann man mit einer solchen Foto- oder Videoaufnahme aus der App Till Langschied oder das HeK via Instagram oder Facebook kontaktieren beziehungsweise eine Story auf der jeweiligen Plattform posten und Till Langschied sowie das HeK in dieser Story markieren. Daraufhin bekommt man das entsprechende gif als Originaldatei gesendet. Ausserdem erhält man ein digitales Magazin mit mehr Infos über die «Graphics-Incantation-Formats», in welchem die Geschichte der Entdeckung und die Magie der Dateien beschrieben und in Bilden illustriert wird. Darüber hinaus wird es eine Tumaroh Online-Performance geben, in welcher Tumaroh den Besucher*innen der Performance live ein gif zuweist und auf Fragen zu den Mythen des Internets antwortet.

Till Langschied ist ein in Deutschland geborener bildender Künstler, der in Basel, Schweiz, lebt und mit verschiedenen Medien arbeitet. Ursprünglich aus Frankfurt a.M. stammend, studierte er an der AMD Düsseldorf und bei Chus Martinez am Institut Kunst HGK in Basel, wo er 2019 seinen Abschluss in Bildender Kunst machte. Langschieds künstlerische Forschung konzentriert sich auf die Sehnsüchte und Träume der Menschheit und darauf, wie diese auf ein «Anderes» - nämlich Technologie und Natur - projiziert werden. Seine Arbeit erforscht die sich ständig weiterentwickelnden Beziehungen zwischen virtuellen und analogen Räumen und operiert an den Grenzen dieser Bereiche. Er entwickelt viele seiner Arbeiten in digitalen Formaten und transformiert sie dann in physische Objekte und Installationen, um die Handlungsfähigkeit des Virtuellen zu hinterfragen. Innerhalb seiner Praxis entwickelte er den Performance-Charakter Till Tumaroh, den er als Avatar auf verschiedenen Ebenen innerhalb seiner Arbeit einsetzt. Tumarohs schriftliches Manifest wurde von Éditions Extensibles, Paris, veröffentlicht und als Lecture Performance in der Librairie du Palais de Tokyo in Paris und in der Dampfzentrale in Bern aufgeführt. Langschieds Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im Kunstraum Niederösterreich (Wien, 2020), Haus der elektronischen Künste Basel (Münchenstein, 2019), Au Lieu (Paris, 2019), Kunstverein Freiburg (Freiburg, 2019) und Binz 39 (Zürich, 2019). 2020 wurde er für die Lago Mio Residency in Lugano, Schweiz, eingeladen und 2021 von Pro Helvetia zu einem Residenzaufenthalt in China eingeladen.