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Ann Hirsch

What A Cutie, 08.09.2020

HEK Net Work Hirsch
Ann Hirsch, What A Cutie, 2020

What A Cutie ist ein Video, dass das iPhone der in Los Angeles lebenden Künstlerin Ann Hirsch aus einer Sammlung von Fotos und Videos erstellt hat, die sie von ihrer vier Monate alten Tochter Elisheva aufgenommen hat. Diese Geste untersucht die technologische Automatisierung in einer Zeit der öffentlichen sozialen Identität. Genauer gesagt, wie grosse Medienkonzerne wie Apple oder Facebook unsere Informationen stehlen, aber den Schlag abmildern, indem sie uns kleine Geschenke wie gezielte Werbung, Wortvorschläge per E-Mail oder vorgefertigte Videos geben, die wir mit Freunden teilen können.

Statement der Künstlerin:
"Wie dem auch sei, wir fanden, dass das iPhone eine wunderbare Arbeit geleistet hat, die besten Inhalte aufzugreifen und auf eine Weise zusammenzustellen, die die Tochter der Künstlerin wirklich feiert und unsere Herzen höher schlagen lässt. Dieses Video ist wahrscheinlich genauso gut, wenn nicht sogar besser, als das, was Hirsch selbst machen würde
.

Wir sind so oft mit ‚Überwachung,’ ‚der Blockchain’ und ‚Online-Sichtbarkeit’ beschäftigt, dass wir manchmal keine Zeit haben, die Schönheit der kleinen Babys zu würdigen. Nun haben wir zugegebenermassen ein gewisses Schuldgefühl, dieses Video zu teilen (auch wenn die Künstlerin darauf bestand), weil wir an Jeff Bezos und die Zuckerbergs denken und uns fragen, ob sie diese Bilder dieses armen Babys stehlen und an Babyfirmen verkaufen werden? Oder an die Regierung? Sie für den Rest ihres Lebens verfolgen? Aber dann haben wir beschlossen, uns nicht mit all dem aufzuhalten, was nebensächlich ist, denn die Priorität ist, dass die Leute das Baby der Künstlerin sehen. Ausserdem werden wir dieses Video nur für einen Monat oder so zeigen, und dann wird es wieder vom Netz genommen, so dass wir Elisheva nicht zu viel aussetzen.

Es ist lustig, letztendlich hat uns dieses Kunstwerk zum Nachdenken gebracht! Ist ist wichtiger, dass die Leute das Baby der Künstlerin sehen oder dass sie ihre Kunst sehen? Hmmm, wir sind nicht sicher. Die Egos von Künstlern sind so zerbrechlich, dass sich ihr Selbstwertgefühl oft in ihren ‚Babys’ verfängt, seien es nun ihre Kunstwerke oder ihre eigentlichen Kinder. Es ist wirklich ein bisschen traurig, dass sie sich nicht von ihnen trennen können, aber als Kunstinstitution ist es unsere Aufgabe, das Selbstwertgefühl der Künstler zu stärken und sie wissen zu lassen: «Du bist wichtig!»

Wie auch immer, schauen Sie sich dieses gottverdammte Baby an und sagen Sie mal, dass Sie nicht vernarrt sind!!! Sie ist etwas Besonderes!!!!"

Ann Hirsch ist eine in Los Angeles lebende Künstlerin, die sich damit beschäftigt, wie Identität in der Populärkultur und im Web dargestellt wird. Sie beschäftigt sich oft mit kultureller Scham und deren Anwendung auf das Geschlecht.