Félicien Goguey, Masquerade, 2015-2019. Foto: Dylan Perrenoud

Preisverleihung Pax Art Awards 2019

Im Juni 2019 werden zum zweiten Mal die Pax Art Awards verliehen. Es werden die Künstlergruppe knowbotiq sowie die Künstler Alan Bogana und Félicien Goguey geehrt.

Veranstaltung

Do, 13.06.2019, 19:00

Eintritt: frei

Links: www.artfoundationpax.ch

knowbotiq, manYdancing the molecular ornaments, 2018, in Zusammenarbeit mit Alesandra Seutin und Lamin Fofana. Foto: Kim Bode

Mit den wegweisenden Preisen für digitale Kunst würdigt die Art Foundation Pax in Zusammenarbeit mit dem HeK medienspezifische Praktiken Schweizer Künstler_innen, deren Werke Medientechnologien nutzen beziehungsweise deren Auswirkungen reflektieren. Dieses Jahr wird mit den Pax Art Awards 2019 die Arbeit einer etablierten Künstlergruppe und zweier Nachwuchskünstler prämiert, welche die Schweizer Medienkunstszene in den letzten Jahren geprägt haben und auch in Zukunft beeinflussen werden.

Mit dem Preisgeld werden die Künstler_innen bei der Produktion einer neuen Arbeit unterstützt. Ausserdem wird für die Sammlung der Art Foundation Pax jeweils ein bestehendes Werk angekauft. Die für die Sammlung der Art Foundation Pax angekauften Werke der Preisträger_innen werden im Rahmen der Preisverleihung ausgestellt. Im Frühjahr 2020 werden in einer Ausstellung im HeK bestehende und neue Werke der drei Preisträger_innen gezeigt.

knowbotiq

Durch ihre langjährige Künstlertätigkeit hat knowbotiq bestehend aus Yvonne Wilhelm (1962) und Christian Hübler (1962) – ehemals gemeinsam mit Alexander Tuchacek als knowbotic research aktiv – die Medienkunstszene in der Schweiz entscheidend geprägt. Die Künstlergruppe, welche eine Professur am MFA-Programm der Zürcher Hochschule der Künste innehat, gehört zu den Pionieren in diesem Bereich. Die Werke, welche in den letzten fast 30 Jahren entstanden sind, bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissen, Information und Technologie. Von Anfang an widmete sich das Künstlerduo der Entwicklung forschungsbasierter Arbeiten, vernetzter Handlungsmächte, immersiver Realitäten, epistemischem Ungehorsam und der Medialität des Wissens. Die Herangehensweise von knowbotiq ist mal poetisch, mal konzeptuell und ihre Arbeiten untersuchen dabei beispielsweise die Geschichte der Tarnung oder der Kybernetik.

Die Jury würdigt insbesondere die konzeptionelle Tiefe der Arbeit von knowbotiq und die philosophischen Aspekte ihrer künstlerischen Untersuchungen, die Themenvielfalt sowie die formale Sorgfalt bei der Präsentation der komplexen Installationen und Performances.

Alan Bogana

Boganas einzigartige künstlerische Praxis konzentriert sich auf die Erforschung von Licht, materiellen Prozessen und Wechselwirkungen innerhalb einer Vielzahl von Naturphänomenen, insbesondere in Bezug auf Mineralien, Flüssigkeiten und Kristalle. Diese Bereiche erforscht und vertieft der Künstler durch die Anwendung verschiedener Medien und die Erweiterung ihrer Reichweite durch eine Reihe faszinierender Installationen und Vorrichtungen. Dies ermöglicht es den Betrachter_innen, in die verborgenen Bereiche unserer natürlichen Welt einzutreten.

Die Verbindung verschiedener Herangehensweisen und Medien, von Skulptur, Computergrafik und Elektronik bis hin zur 3D-Drucktechnik, bietet eine grosse Vielfalt an Sprachen und eine solide und vielfältige Anwendung mehrerer Werkzeuge. Boganas Kunstwerke konfrontieren die Betrachter_innen mit den Herausforderungen eines gemeinsamen digitalen Lebens und regen zum Nachdenken an, wie moderne Technologien zu neuen Sichtweisen und Imitationen der Natur beitragen.

Félicien Goguey

Mit einem Hintergrund in den Bereichen Kommunikationsnetzwerke, visuelle Studien und digitale Mediengestaltung dreht sich Gogueys Praxis um die Unwahrnehmbarkeit des Internets und seiner unsichtbaren Mechanismen sowie seiner politischen und sozialen Auswirkungen. Indem der Künstler das kreative Potenzial von Programmiersprachen und neuen Open Source-Technologien auslotet, schafft er interaktive Installationen, Live-Performances, Applikationen und vernetzte Objekte. Der Kern seiner Forschung konzentriert sich auf die Massenüberwachung innerhalb von Kommunikationsnetzen durch staatliche Instanzen und die Beziehungen zwischen überwachten Räumen und den Nutzer_innen.

Goguey diskutiert in seinen Werken aktuelle Themen, die unseren Alltag massgebend beeinflussen. Seine Arbeit zeichnet sich aus durch die Eleganz und Originalität der Werke sowie die einzigartige Art und Weise, wie sich Goguey nicht nur dem Internet als solchem, sondern auch dessen Infrastrukturen widmet.

Jury: Mónica Bello (Head of Arts at CERN, Genf), Nicolas C. Bopp (Präsident der Art Foundation Pax), Davide Fornari (Head of R&D at ECAL, Lausanne), Sabine Himmelsbach (Direktorin HeK), Fausto De Lorenzo (De Lorenzo Art and Museum Management & Consulting GmbH) und Carmen Weisskopf (Teil des Künstlerduos !Mediengruppe Bitnik und Preisträgerin der Pax Art Awards 2018)

Die Art Foundation Pax ist eine unabhängige Stiftung zur Förderung der digitalen und medienbasierten Kunst in der Schweiz und wird finanziell unterstützt von Pax. Sie wurde Ende 2017 ins Leben gerufen. Als eine der ersten Stiftungsaktivitäten wurden am 14.06.2018 die ersten Kunstpreise an das Duo !Mediengruppe Bitnik, die Künstlerin Lauren Huret und die Künstlergruppe Fragmentin vergeben.

Preisverleihung Pax Art Awards 2019

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