Emmanuel Van der Auwera, Yet Untitled, 2022, installation view, Courtesy Emmanuel Van der Auwera and Harlan Levey Projects

14.05.2022-07.08.2022

Ausstellung

Der belgische Künstler Emmanuel Van der Auwera ist mehr als nur ein aufmerksamer Beobachter unserer Zeit. In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz präsentiert er eindrückliche Bildwelten, die unsere Wahrnehmung auf die Probe stellen.

Emmanuel Van der Auwera, The Sky is on Fire​, 2019, «Botanique», Brussels, Foto: Gilles Ribero, courtesy of Emmanuel Van der Auwera, Le Botanique, and Harlan Levey Projects

Seeing is Revealing – das Sehen als Enthüllen, als Aufdecken von etwas Zugrundeliegendem zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk. In seinen raumgreifenden Videoinstallationen widmet Van der Auwera sich Fragen der Wahrnehmung – vom medial vermittelten Erleben einer durch das Smartphone gesehenen Welt bis hin zu den Bildern, die von intelligenten Maschinen stammen. Er bezieht sich dabei oft auf reale Ereignisse, nutzt bestehendes Material aus dem Internet, das er neu sortiert, auf seine Bedeutung hin dekonstruiert und zu eindrücklichen ästhetischen Bildtableaus transformiert. Für seine erste Einzelausstellung in der Schweiz hat Van der Auwera gleich mehrere neue Arbeiten produziert, die im HEK zum ersten Mal zu sehen sein werden.

Mit der formalen Strenge eines Logikers seziert und analysiert Van der Auwera die Bedeutung von Bildern – wie sie Realität abbilden, aber gleichzeitig auch konstruieren. Aus der Bilderflut unserer digitalisierten Welt kreiert er raumgreifende, immersive Installationen von geheimnisvoller Ausstrahlung und ästhetischer Kraft. In seinen Werken widmet sich der Künstler aktuellen Medienereignissen, richtet seinen Blick auf Tragödien und Tabus unserer digitalen Welt oder auf Themen, die mit Entwicklungen in den sozialen Medien zu tun haben. Wie ein Chronist sammelt er, um aus diesen Beobachtungen unserer Gegenwart seine Bildwelten zu erschaffen. Dabei verhandelt er die drängendsten Fragen unserer Zeit, die von der schwindenden Pressefreiheit bis zur Ausweitung des Überwachungsstaates reichen, getrieben von der «Suche nach der kollektiven menschlichen Erfahrung», wie er selbst schreibt. Der Bildschirm selbst wird zum Material in Van der Auweras Videoskulpturen und auch hier interessiert ihn das Offenbaren der Funktionsweise des technischen Geräts.

Emmanuel Van der Auwera (*1982) lebt und arbeitet in Brüssel, Belgien. 2015 war er Preisträger der Hochschule für Bildende Künste (HISK) in Gent und erhielt im selben Jahr den Langui-Preis für junge belgische Kunst. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, wie beispielsweise WIELS (Brüssel, Belgien), Centre Pompidou (Paris, Frankreich), Palais de Tokyo (Paris, Frankreich), oder Ars Electronica (Linz, Österreich). 2019 hatte der Künstler seine erste Einzelpräsentation in den Vereinigten Staaten mit White Noise at 214 Projects (Dallas, TX), worauf zwei Einzelausstellungen in Brüssel bei Harlan Levey Projects und Botanique im September 2019 folgten.

Eröffnung: 13.05.2022

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Künstler:innen: Emmanuel Van der Auwera
Kurator:innen: Sabine Himmelsbach
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