Geöffnet Mi-So, 12:00 - 18:00 Uhr
Installation view: Anne Duk Hee Jordan, Atmospheres of Breathing, Photo: Sophie Gruber
Ausstellung

Das künstlerische Universum der deutsch-koreanischen Künstlerin Anne Duk Hee Jordan ist von humorvollen robotischen Maschinen bevölkert, mit denen sie Verbindungen zu anderen Spezies und Ökosystemen untersucht.

Mit I must alter myself into a life-form which can exist on this planet zeigen wir die erste Einzelausstellung der deutsch-koreanischen Künstlerin Anne Duk Hee Jordan in einem Museum in der Schweiz. In ihren Installationen entwirft die Künstlerin experimentelle und zukunftsweisende Szenarios in denen sie die gängigen Zuschreibungen von Natur, Kultur und Technologie hinterfragt. In ihren imaginativen und immersiven Installationen behandelt Jordan ökologische und gesellschaftspolitische Themen gleichermassen und schafft dabei packende Arrangements miteinander verflochtener Umwelten, in die sie uns eintauchen lässt und für uns kleinste, der Wahrnehmung für gewöhnlich verborgende Dinge sichtbar macht. Die komplexen ökologischen Probleme unserer Zeit übersetzt sie in visuell erfahrbare, lustvolle Welten und sie tut dies mit einem augenzwinkernden Humor, der neue Perspektiven und Lösungsansätze möglich macht. Ihre Werke nehmen Bezug auf die Theorien eines Post-Anthropozäns, in dem der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt steht, sondern Teil vernetzter Ökosysteme ist. In diesem Sinne sind Jordans Arbeiten sowohl inspirierend als auch aufrüttelnd.

Mit ihrem mahnenden Ausstellungstitel I must alter myself into a life-form which can exist on this planet verweist Anne Duk Hee Jordan auf den Imperativ unserer Zeit: im Einklang zu sein mit der Umwelt und Natur, um unseren Planeten nicht noch weiter zu gefährden. Dafür entwirft sie experimentelle und zukunftsweisende Szenarios und arbeitet mit skulpturalen, biologischen und kinetischen Elementen, um eine im Wandel begriffene Umwelt zu thematisieren, in der sich Menschen und nicht-menschliche Wesen gemeinsam entwickeln können. Ihre Welten haben etwas Sinnliches und Spielerisches und eröffnen einen neuen Blick auf unsere Umwelt, propagieren neue Modelle von Gemeinschaft zwischen allen Lebewesen. Jordan sensibilisiert uns für ein «Miteinander mit unserer Umwelt» im Sinne der Theorien der Wissenschaftsphilosophin und Cyborg-Pionierin Donna Haraway hinsichtlich der Verwandtschaft der Arten. «Making Kin» (verwandschaftlich verbunden sein), ein Begriff, der in vielen von Jordans Werken einen Ausdruck findet, ist eine von Haraway geprägte Maxime, die eine Symbiose zwischen den Spezies fordert.

In ihrer künstlerischen Praxis verknüpft Jordan bestehende Arbeiten oft zu neuen Konstellationen, die im Kontext einer Ausstellung eine Art von Gesamtkunstwerk entstehen lassen, das ihre Befragung des Ökologischen auf neue und inspirierende Weise thematisiert. Vergänglichkeit und Transformation tauchen dabei immer wieder als Fragestellungen und Themen auf. So werden beispielsweise im Zeitraffer biologische Prozesse des Vergehens und sich Verwandelns anschaulich gemacht. Ihre Werke überzeugen mit ihrer eigenständigen Ästhetik, die sich aus der Kombination von dokumentarischen Motiven und künstlerischer Imagination speist. Jordan lenkt unseren Blick aufs Detail, lässt uns in ihren Werken die Welt aus einer Mikro-wie Makro-Perspektive erleben.

Künstlerin: Anne Duk Hee Jordan

Kuratorin: Sabine Himmelsbach