Jürg Lehni, Flood Fill – Verbs, 2016

Flood Fill – Verbs, Jürg Lehni

Jürg Lehni verwendet den von ihm modifizierten Flood Fill Algorithmus, den er bereits 2003 für die Arbeit Flood Fill – Global Warningweiter entwickelt hatte für die Visualisierung von Verben aus Richard Serras Verb List von 1967-68. Serra hat auf zwei Blättern, die sich heute in der Sammlung des MoMA, New York befinden 84 Verben und 24 Kontexte, in denen diese stattfinden können aufgelistet. Basierend auf seiner bekannten Aussage «drawing is a verb», verstand Serra die Liste als Fundus für Handlungen mit Bezug auf einen Selbst, das Material, den Ort und den Prozess von Kunst. 

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Jürg Lehni / Guy Meldem, Flood Fill – Global Warning, 2003

Flood Fill – Global Warning, Jürg Lehni / Guy Meldem

Mit den sechs Videoanimationen Flood Fill – Global Warning sprechen die Künstler Jürg Lehni und Guy Meldem eine absurde Warnung aus: «Animals & Plants steal our vital energy! Act before it’s too late!» Die vitale Energie ist dabei als geometrisches, leeres Netz visualisiert, dass etwa von einer Katze aus dem Gehirn einer Frau gesogen wird.

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Laurent Huret, Face Swap (present), 2017, still

Face Swap (present), Lauren Huret

Mit dem kurzen Videoloop Face Swap (present) zeigt Lauren Huret, kurz nach Face Swap (past), die Übernahme unserer Identität durch unsere Smartphones. Wir sehen die Künstlerin nicht mehr am heimischen Schreibtisch vor dem Computerbildschirm sitzend, sondern sie posiert mit dem Smartphone in der Hand vor minimalistischen Betonbunkern des NSA Data Centers in Utah in einer kargen, winterlichen Hügellandschaft.

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Laurent Huret, Praying for my haters, 2019, still

Praying for my haters, Lauren Huret

Die digitale Video-Collage Praying for my haters (2019) der in Genf lebenden französischen Künstlerin Lauren Huret beginnt mit dem Blick auf einen gesichtslosen Büroturm in Manila. Es ist der Sitz eines Subunternehmers, welcher für Social Media Giganten wie Facebook und Instagram Heerscharen sogenannter Content Moderatoren beschäftigt. Ihre Aufgabe ist es, das Netz von anstössigen, gewalttätigen Bildern zu säubern, indem sie im Sekundentakt Daten löschen.

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Zimoun, 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System, 2009

25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System, Zimoun

Das Video 25 Woodworms, Wood, Microphone, Sound System (2009) des kinetisch-minimalistischen Klangkünstlers Zimoun nimmt die Geräuschkulisse lebendiger Holzwürmer als Ausgangsbasis für die Erzeugung einer atonalen, minimalistischen Klangwelt.

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!Mediengruppe Bitnik, Opera Calling, 2007

Opera Calling, !Mediengruppe Bitnik

Die Hacking Performance und Installation Opera Calling ist im Rahmen einer Ausstellung des Cabaret Voltaire, Zürich entstanden. Vom 9. – 26. Mai 2007 haben Bitnik mehrere Wanzen im Auditorium der Zürcher Oper versteckt, die Live-Aufnahmen der in diesem Zeitraum gespielten Opern über zufällige Anrufe an die im Telefonbuch eingetragenen Nummern der Einwohner*innen von Zürich übertragen haben.

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fabric | ch, Satellite Daylight Pavilion, 2017, screenshot

Satellite Daylight Pavilion, fabric | ch

Die zweiminütigen Videoanimationen Satellite Daylight Pavilion (2017) des Lausanner Studios für Architektur, Interaktion und Forschung fabric | ch zeigen vier Ansichten eines virtuellen, für Kensington Gardens in London entworfenen, interaktiven Teehauses.

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Yves Netzhammer, Vororte des Körpers, 2012, still

Vororte des Körpers, Yves Netzhammer

Vororte der Körper ist eine konsequente Animation, die das Medium Film auf ihren Ursprung, das Bild, zurückwirft. Ausgehend von Tauchern auf einer Plattform im Meer taucht der Betrachter zeitgleich durch Bildräume in Bildwelten, deren assoziative innere Logik mit den Gewohnheiten der konventionellen Narration kollidiert.

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Hervé Graumann, My living room, 1993, screenshot

My living room, Hervé Graumann

Mithilfe eines CAD-Programms, das Ende der Neunziger Jahre vor allem für Visualisierungen von grossen Architekturprojekten, wie etwa eines Fussballstadions, Verwendung fand, zeigt uns Graumann in My living room einen Einblick in ein ganz persönliches Arbeits- und Schlafzimmer.

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Yves Netzhammer, Dialogischer Abrieb, 2011, still

Dialogischer Abrieb, Yves Netzhammer

Die metapohrisch angelegte Handlung eines Dialogs in Form eines Autounfalls, in dem sich zwei Subjekte in Zeitlupentempo annähern, letztendlich ineinander krachen, bietet die formale Struktur des Filmes. Gegenseitige Abhängigkeiten und Prägungen werden sinnbildlich veranschaulicht.

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Philipp Gasser, Der, der kommt, ist nicht der, den du erwartet hast, 1999, installation view

Der, der kommt, ist nicht der, den du erwartet hast, Philipp Gasser

Philipp Gasser hat sich seit seinen künstlerischen Anfängen mit der Zeichnung beschäftigt. Dies ist bis heute, wo er vornehmlich medial arbeitet, so geblieben. Obwohl als einfache Projektionen inszeniert, entwickeln seine Animationen eine physische Sogwirkung. Sie greifen aus dem Bild hinaus und involvieren die Betrachter physisch.

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Philipp Gasser, Der moderne Mensch, 2000, still

Der moderne Mensch, Philipp Gasser

Anlässlich des neuen Millenniums hat Philipp Gasser eine Arbeit über ein damit vermeintlich einhergehendes neues Menschenbild unter dem Titel Der moderne Mensch geschaffen: In einem normal beleuchteten Ausstellungsraum wird eine Projektion mittels eines Spiegels in zwei Projektionen übers Eck oder auf zwei gegenüberliegende Wände gesplittet.

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Philipp Gasser, Clouds of the Second Kind, 2016, screen shot

Clouds of the Second Kind, Philipp Gasser

Mit Clouds of the Second Kind (2016) schuf Philipp Gasser eine Wolke, die basierend auf den Grundtypen von Wolkenformationen wie Stratus, Cumulus, Cirrus, Cirrostratus und Cirrocumulus mithilfe von aktuellen Computerprogrammen rein digital erzeugt ist.

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Yves Netzhammer, Formales Gewissen, 2013, still

Formales Gewissen, Yves Netzhammer

Formales Gewissen (2013) beendet eine Trilogie mit Dialogischer Abrieb (2011) und Vororte der Körper (2012) mit der Yves Netzhammer mögliche Formen der Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt untersucht.

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Marc Lee, Pic Me, 2014, Online Project

Pic-Me V1 (Version 1), Marc Lee

Der Schweizer Medienkünstler Marc Lee verknüpft in seiner Netzarbeit Pic-Me die Soziale Plattform Instagram mit einem Google Earth Browser-Plug-in, mittels dessen er den Standort von Instagram Usern lokalisiert, die gerade ein Selfie unter dem Hashtag #me gepostet haben.

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Stefan Karrer, Cool clouds that look like they should be spelling something, but they don't, 2016, video still

Cool clouds that look like they should be spelling something, but they don't, Stefan Karrer

In Cool clouds that look like they should be spelling something, but they don't (2012/2016) suchte Stefan Karrer im Internet nach Bildern, die mit Begriffen wie "Cloud", "Wave" oder "Rock" in Verbindung mit Adjektiven wie "cool", "crazy" oder "lonely" kommentiert wurden.

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!Mediengruppe Bitnik, CCTV – A Trail of Images, 2008 – 2014

CCTV – A Trail of Images, !Mediengruppe Bitnik

In ihrer Werkserie CCTV – A Trail of Images, greift die !Mediengruppe Bitnik in Überwachungssysteme im Stadtraum ein. Mittels selbstgebauten Signalempfängern machen sie verborgene Videoüberwachungssignale aus dem urbanen Raum sichtbar. 

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collectif_fact, ce qui arrive, 2005, screenshot

ce qui arrive, collectif_fact

Die Videoanimation ce qui arrive zeigt einen Schnitt durch ein grosses Bürogebäude, dessen anonyme Korridorfluchten und Sitzungszimmer nahezu überall auf der westlichen Welt existieren könnten. Während die Kamera sich in einer kontinuierlichen Fahrt horizontal oder vertikal im Gebäude bewegt, ändern sich die Konfigurationen der Personen im jeweiligen Raum durch mehrere ineinander geblendete Stills.

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Marc Lee, TV-Bot 1.0, 2004/2005, screenshot

TV-Bot 1.0, Marc Lee

Bereits seit Ende der Neunziger Jahre gilt der Schweizer Marc Lee als wichtiger Vertreter netzbasierter Kunst durch sein Experimentieren mit Strategien digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien, und zunehmend auch mit user generated content.

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Esther Hunziker, Frequency, 2008, screenshot

Frequency, Esther Hunziker

Für Frequency hat Esther Hunziker Found Footage eines Livekonzerts so oft komprimiert, bis die Bewegungen der Bandmitglieder in ständig wandelnde Farbfelder zerfliessen. Der dazu passende, "elektrosphärische" Soundtrack, wie ihn die Künstlerin selbst treffend bezeichnet, besteht aus sich überlappenden Radiofrequenzen. 

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Alexander Hahn, A Young Person’s Guide To Walking Outside The City, 1983, screenshot

A Young Person’s Guide To Walking Outside The City, Alexander Hahn

Die 1983 zu Beginn der Ausstellungstätigkeit des Schweizer Künstlers Alexander Hahn entstandene Computeranimation zeigt einen surrealen Landspaziergang. Nachdem der Hauptprotagonist, ein kleines blaues Männchen, von einer Kanone mit fliegenden Fischen beschossen worden ist, bastelt er sich aus derselben Kanone ein Fahrrad.

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Jodi, Max Payne Cheats Only, 2004, screenshot

Max Payne Cheats Only, Jodi

Max Payne Cheats Only ist der Abschluss einer Serie von Videospielappropriationen des niederländisch-belgischen Künstlerduos Jodi. Die bestehende Figur des Third-Person-Shooters Max Payne wird nach allen Regeln der Programmierkunst in einer sinnentleerten Aneinanderreihung von sich repetierenden Mikrohandlungen demontiert.

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collectif_fact, Loading, 2007, screenshot

Loading, collectif_fact

Das animierte Video Loading des Künstlerkollektivs collectif_fact zeigt eine endlos geloopte, kurze Sequenz von identischen, grauen Lieferwagen, die zweispurig hintereinander in ein ebenso graues Parkhaus hinabfahren. Der monotone Fluss der Wagen bleibt dabei konstant. Die Szenerie wirkt ganz offensichtlich wie aus Karton gebaut und die Handlung offenkundig gestellt und unnatürlich. 

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collectif_fact, Circus, 2004, screenshot

Circus, collectif_fact

Die Videoinstallation Circus lebt von der Spannung zwischen der einfachen, statischen Aufnahmemethode der Bilder mittels digitaler Fotografie und deren technisch hochversierter Animation.

Vor einem unbestimmten, schwarzen Grund schweben verschiedene Mirkoszenarien des gleichnamigen Platzes in Genf auf die Betrachtenden zu und entschwinden, indem sich die unterschiedlichen Bestandteile in zahlreiche Schichten zerdehnen.

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knowbotic research, kotomisi un-inform, 2014 –2016

kotomisi un-inform, knowbotiq

Kotomisi ist die Bezeichnung für ein traditionelles Gewand, welches Sklavinnen vor und nach der Befreiung in der ehemaligen holländischen Kolonie Surinam im 17. Jahrhundert trugen. Der Stoff für das mehrschichtige Kleidungstück, bestehend aus Rock, Jacke und Kopfteil, wurde in translokalen Produktions-und Distributionsprozessen in Europa, Afrika, Asien und Amerika hergestellt und repräsentierte darin die Gegebenheiten und sogar die Zahlungsmethoden eines bereits zu dieser Zeit hochglobalisierten Sklavenhandels.

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!Mediengruppe Bitnik, Download Finished, 2006, still

Download Finished, !Mediengruppe Bitnik

Die Zürcher !Mediengruppe Bitnik (Carmen Weisskopf und Domagoj Smoljo), bekannt durch die medienreflexive Anwendung von Hacking-Strategien, verwendet für ihr Netzprojekt Download Finished Filme aus P2P-Netzwerken und Online-Archiven.

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Beat Brogle und Philippe Zimmermann, onewordmovie, 2003 / 2018, screenshot

onewordmovie, Beat Brogle / Philippe Zimmermann

Beat Brogle und Philippe Zimmermann haben für die partizipatorische Webarbeit onewordmovie eine Software entwickelt, die unter Zugriff auf die gängigen Webbrowser wie Netscape oder Internet Explorer alle unter einem Suchbegriff verlinkten Bilder zu einem Film zusammenstellt.

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Esther Hunziker, EHB 5866, 2012, still

EHB 5866, Esther Hunziker

EHB 5866 ist die fiktive Galaxie der Basler Künstlerin Esther Hunziker, die aus einer einzigen realen Fotografie des Marsmondes Phobus besteht. In hundertfacher Überlagerung drehen sich die Schichten des Abbildes des Himmelskörpers in wandelnden Konstellationen statt um den Roten Planeten um sich selbst. 

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Aline Zeltner, Lideslied, 2011, still

Lideslied, Aline Zeltner

Lideslied ist die erste Videoarbeit der Schweizer Künstlerin Aline Zeltner, die zunächst vor allem mit Objekten, Installationen und Performance gearbeitet hatte. In einer überlebensgrossen Projektion in Zeitlupe und unter rhythmischen Saitenklängen reitet eine Frau auf einem braun glänzenden Pferd aus der Tiefe einer sommerlich grünen Wiese auf die Betrachtenden zu. 

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Lauren Huret, Face Swap (past), 2016, screenshot

Face Swap (past), Lauren Huret

Lauren Huret setzt sich in ihren Arbeiten u. a. mit Fragen der Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auseinander. So teilt sie selbst auch nur einen Disclaimer auf ihrer Webseite mit den Usern, da sie dem WWW sehr misstrauisch gegenüber steht, wie sie dort schreibt. 

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Adam Cruces, Patience, 2011, still

Patience, Adam Cruces

In dem Videoloop Patience zeigt der amerikanische Künstler Adam Cruces, der sich u. a. für die spezifische Ästhetik des Digitalen interessiert, das Gesicht einer computergenerierten Schönheit. Ihre Züge bleiben unbewegt, während die hypnotische Wellenbewegung eines Mac-OS Bildschirmschoners in ihren ausgehöhlten Augen auf und nieder weht.

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