collectif_fact, ce qui arrive, 2005, screenshot

collectif_fact, ce qui arrive

Year: 2005
Type: Animation
Media Format: Video SD, 4/3, 576i
Dimension: Variable
Duration: 5'9'' loop
Edition:
Credits:
Acquisition: Permanent loan from the Bundeskunstsammlung, Bern, 2017. Inv. No. S0051.
Keywords:
Artwork Link: http://www.collectif-fact.ch/?portfolio=ce-qui-arrive-2005-2
Artist Website: http://www.collectif-fact.ch

Info
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Die Videoanimation ce qui arrive zeigt einen Schnitt durch ein grosses Bürogebäude, dessen anonyme Korridorfluchten und Sitzungszimmer nahezu überall auf der westlichen Welt existieren könnten. Während die Kamera sich in einer kontinuierlichen Fahrt horizontal oder vertikal im Gebäude bewegt, ändern sich die Konfigurationen der Personen im jeweiligen Raum durch mehrere ineinander geblendete Stills, so dass die Bewegungen der einzelnen Protagonisten nur zerstückelt wahrgenommen werden können. Dies ist einer der drei Brüche, aus denen das Werk seine Spannung bezieht. 
Ein weiterer augenfälliger Bruch besteht in der Darstellung einer extrem gewöhnlich angelegten und detailliert geschilderten Alltagswelt und den darin stattfindenden,  Ausbrüchen aus dieser Norm ins Absurde. Diese können, so Jürgen Links Theorie des Normalismus, umso stärker ihre Wirkung entfalten, je gewöhnlicher sie zunächst eingebettet werden. 
Irritiert bereits die Gruppe von Arbeitskollegen im Sitzungszimmer, die auf einer Sitzgruppe gemeinsam an die Decke starren, fallen der brennende, blätterspeiende Kopierer oder die Kollegen mit Sauerstoffmaske und Rettungsweste umso deutlicher aus dem normierten Büroalltag. 
Der letzte Bruch ist etwas subtiler. Die Raumfluchten sind nicht als kohärente Abfolgen gestaltet. Die Türen der einzelnen Räume und der Korridorfluchten führen immer wieder ins Nichts. Dort wo sich in einem Raum etwa eine Tür zum nächsten Zimmer öffnet, befindet sich im Raum nebenan lediglich eine weisse Wand. Der Absurdität der aus der Normalität ausbrechenden, zerstückelten Ereignisse entspricht die räumliche Unüberschaubarkeit und Isolation.
(Text: Bettina Back) 

Artist Bio

collectif_fact sind Annelore Schneider und Claude Piguet. Sie leben und arbeiten zwischen London und Genf.
Ihre Projekte, vor allem Videos, sind oft eine Dekonstruktion dessen, was wir als kinematografische Codes unserer visuellen Kultur betrachten. collectif_fact fasziniert tägliche Wiederholung, Stereotypen und Klischees aus der Populärkultur. Sie befassen sich hauptsächlich mit Aspekten des (Anti) Spektakels, Simulacra und Aneignung. Um dies zu tun, untersuchen sie die Art und Weise, wie Narration gestört und neu strukturiert werden kann, um unterschiedliche Geschichten und alternative Bedeutungen zu konstruieren. Durch die Aneignung kinematografischer Codes und Strategien in ihren Werken ermutigen sie den Betrachter, kritisch die Gewohnheiten zu reflektieren, die unsere Wahrnehmung der Realität konditionieren.
Von 2002 bis 2009 war Swann Thommen ebenfalls Mitglied von collectif_fact.