Philipp Madörin, Allebildergenerator, 2011, installation view at HeK. Photo: Stefan Holenstein

Philipp Madörin, Allebildergenerator

Year: 2011
Type: Mixed-Media Installation
Media Format: Source-code programming language Processing 1.5.1, B/w tube monitor (max. diameter: 40 cm), computer, Inkjet Plot, battery, HDMI to SCRT converter, SCRT or HDMI extension cord
Dimension: Variable (at least 3 m high and 5 m wide)
Duration:
Edition: 3 + 1 AP
Credits:
Acquisition: Acquired with BAK (Bundesamt für Kultur, Bern) funds as part of the research project Digitale Medienkunst am Oberrhein, 2012. On permanent loan from kulturelles.bl. Inv. No. S0009.
Keywords:
Artwork Link:
Artist Website: http://www.philippmadoerin.ch

Info
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Philipp Madörin, Allebildergenerator, 2011, installation view at HeK. Photo: Stefan Holenstein
Philipp Madörin, Allebildergenerator, 2011, installation view at HeK. Photo: Stefan Holenstein
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Für die Arbeit Allebildergenerator  hat der Basler Künstler Philipp Madörin, der ursprünglich aus der medizinisch-diagnostischen Bildherstellung kommt, einen Algorithmus entwickelt, welcher alle Bilder zu generieren vermag, die sich auf einem s/w Monitor mit 480 x 360 Pixel darstellen lassen. Insgesamt gibt es 2480 x 360 solcher Kombinationsmöglichkeiten – eine Zahl, deren 52'018 Stellen sich über den Ausdruck an der Wand neben dem Monitor erstrecken. Er veranschaulicht die Eigenschaft der digitalen Welt als universelles, zeitübergreifendes Bildarchiv und Gedächtnis der Menschheit, welches jedes auch nur erdenkliche Bild der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in jeder Kombination bereits enthält.

Schon 1941 hat Jorge Luis Borges in seiner Erzählung Die Bibliothek von Babel dieser Vorstellung Ausdruck verliehen in der Beschreibung einer unermesslichen Bibliothek, als universelles, textuelles Gedächtnis der Menschheit, die jede mögliche Kombination von Buchstaben mit jedem möglichem Tippfehler in jeder Sprache bereits enthält. Mit Borges verbindet Madörins Experiment die Auflösung der Vorstellung des Künstlers als Autor, er ist vielmehr ein möglicher unter anderen, welcher Konstellationen aus einem unendlichen virtuellen Pool von immer bereits vorhandenen Möglichkeiten konkretisiert.
(Text: Bettina Back)

Artist Bio

Philipp Madörin (*1976), Basel, Schweiz, lebt und arbeitet in Basel.

Nach einer Berufslehre als medizinisch-technische Radiologe, kümmerte Philipp Madörin sich um das Erzeugen von medizinischen Bildern im Universitätsspital Basel. Ihn faszinierte besonders, diese Bilder zu generieren, wie auch das post processing – ohne diagnostischen Fokus. Zudem fesselt ihn der Aspekt der quantitativen Auswertung und Übersetzung von solchen Daten. Seine eigene visuelle Sprache und künstlerische Praxis entwickelte er, als er 2007/2008 an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel ein Kunststudium begann. Madörins Schwerpunkt liegt auf Mediensystemen und elektronischen Medien, die er häufig installativ umsetzt.