net based

Preis für netzbasierte Kunst

Das Schweizer Kunstmagazin Kunstbulletin und das HeK (Haus der elektronischen Künste Basel) haben am 12. März 2016 zum ersten Mal den neuen Preises ‹net based› für netzbasierte Kunst mit einer Preissumme in Höhe von 10'000 CHF vergeben. 

Nach dem Vorbild von grossen internationalen Preisen für Digitale Kunst wie ‹The Lumen Prize› der Lumen Projects Ltd in Wales, UK, oder dem 2014 zum ersten Mal vergebenen ‹Prix Net Art›, der gemeinsam von der Online-Kunstplattform Rhizome und dem Tsinghua Art and Science Media Laboratory (TASML) in Peking vergeben wurde, soll nun auch in der Schweiz ein Preis lanciert werden, welcher die Aufmerksamkeit auf das Internet als Plattform für künstlerische Aktivitäten lenkt und innovative netzbasierte und vom Internet inspirierte Projekte einem breiteren Publikum zugänglich macht; zugleich wird der Schweizer Szene zu mehr Sichtbarkeit verholfen, sowie der internationale Austausch gefördert. 

Eine junge Generation von Künstlerinnen und Künstlern ist mit dem Internet und in einer digitalen Kultur aufgewachsen und benutzt diese ganz selbstverständlich für ihre künstlerische Praxis - als Quelle der Inspiration, als Ressource für Material, aber auch als Ort der Kunst selbst. Dem Netz als Ort und Distributionsmedium aktueller Kunstproduktion widmet sich der neue ‹net based› Preis. Dieser soll der Förderung netzbasierter Kunst und innovativer Netzkultur dienen. Der Preis wird international ausgeschrieben und fokussiert auf aktuelle künstlerische Produktionen im Internet sowie Projekte, die ihren Ausgangspunkt im Internet finden, deren Effekte aber nicht zwingend im Netz verortet sein müssen. Eingereicht werden können Projekte der letzten vier Jahre.

Die Einreichungen wurden 2016 von einer international besetzten Jury begutachtet:

Karen Archey, freie Kuratorin und Kritikerin, Berlin/New York
Ben Vickers, Kurator für den Betreib Digital, Serpentine Galleries, London
Raffael Dörig, Direktor Kunsthaus Langenthal, Langenthal
Sabine Himmelsbach, Direktorin HeK, Basel
Felix Stalder, Kulturtheoretiker, Schweiz 

Am 12. März 2016 fand die Preisverleihung statt, die von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Panels und Workshops begleitet wurde und zu einem aktiven Austausch zwischen Netzkunstschaffenden, Medienkurator/innen und Interessierten beigetragen hat.

Richtlinien 

Der Preis will sowohl eine lokale wie auch internationale Szene von Künstlern ansprechen, die das Internet für ihre künstlerische Praxis nutzen. Der Preis hat keine Altersbeschränkung. Jede KünstlerIn oder Künstlergruppe kann ein Projekt einreichen, das nicht älter als vier Jahre ist. 

Zur Anmeldung gehört ein vollständig ausgefülltes Anmeldeformular inkl. Beschreibung des Werkes, Bilder, biografische Angaben und Links zu bereits existierenden Arbeiten und allenfalls weitere relevante Informationen. 

FAQ

Welche Kriterien sind ausschlaggebend für die Preisvergabe?

Ausschlaggebend ist die künstlerische Qualität und der eigenständige Charakter des Projekts. Gesucht wird nach aussergewöhnlichen und zukunftsweisenden Projekten im Umgang mit und der Reflektion des Internets als Ort und Inspiration künstlerischer Praxis. 

Was ist das Verständnis von ‹net based›? Welche Projekte können eingereicht werden?

Mit ‹net based› soll eine künstlerische Praxis bezeichnet werden, die ihren Ausgangspunkt im Internet findet, deren Effekte aber nicht zwingend im Netz verortet sein müssen. 

Im aktuellen Kunstdiskurs ist viel von der post-digitalen bzw. der Post-Internet Kunst die Rede. Gemeint ist damit keineswegs, dass die Sphäre des Digitalen bzw. des globalen Netzes passé sind, sondern vielmehr wird auf die Omnipräsenz des Internets verwiesen. Die Begriffe reflektieren, dass das Digitale und das Internet heute so allgegenwärtig sind, dass ein ‹Jenseits› davon nicht möglich ist. 

Werden die eingereichten Projekte präsentiert?

Alle eingereichten Projekte fliessen in das Archiv der von Kunstbulletin betriebenen Plattform artlog.net. Die Shortlist der ausgewählten Projekte werden ebenfalls auf der Website des HeK vorgestellt. 

Hier geht es zu den Sieger-Projekten.