Perspectives on Imaginary Futures

Ausstellung

25.05.2014 - 23.06.2014

Michael Burton & Michiko Nitta - Near Future Algae Symbiosis Suit, Prototype, 2010

Die vom 24. Mai bis zum 22. Juni 2014 laufende Ausstellung Perspectives on Imaginary Futures im Haus der elektronischen Künste Basel zeigt, wie Künstler sich mögliche Zukunftsszenarios vorstellen. Im Rahmen des Mottos "Aufbruch" der diesjährigen Oslo Night 2014 richten sich die Positionen der Gruppenaufstellung auf ein Morgen, das sich durch ihren künstlerischen Einsatz untersuchen und gestalten lässt.
Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie kommunizieren? Wie können wir unsere Umwelt und Gesellschaft mit entwickeln? Und wie sieht unser Alltag hier und anderswo aus - wie essen, wohnen und lieben wir? Die Ausstellung Perspectives on Imaginary Futures im Haus der elektronischen Künste Basel (HeK) stellt künstlerische Konzepte vor, welche die Zukunftsgestaltung mit kreativen Erfindungen, dem Potential des Internets und den Möglichkeiten der Wissenschaft in die eigenen Hände nimmt. Jenseits eines globalen Fortschrittsversprechens entwickeln die Arbeiten alternative Zukunftslösungen und utopische Konzepte, die sich mit der zentralen Gestaltung menschlichen Daseins beschäftigen. Das alltägliche Leben steht dabei ebenso im Fokus wie gesamtgesellschaftliche Fragestellungen und Entwicklungen. Auch beunruhigende Trends werden in den Blick genommen. Gemeinsam ist den verschiedenen Perspektiven, die die Ausstellung aufzeigt, eine unbefangene Herangehensweise, die unsere Vorstellungen der Zukunft einer ironisch kritischen Prüfung unterziehen.

So untersucht beispielsweise das britische Künstlerduo Burton Nitta, wie Menschen sich von Sonnenlicht ernähren könnten, indem sie Pflanzen imitieren. In ihrem Projekt Algaculture (2010-2014) kreieren sie Möglichkeiten des symbiotischen Zusammenlebens von Algen und Menschen, und zeigen, wie der menschliche Körper redesigned und weiterentwickelt werden könnte. Weitere Werke zeigen, wie Tauben mit Einsatz von Bakterien dazu eingesetzt werden könnten, statt Kot Seife zu produzieren (Cohen Van Balen, Pigeon d'Or, 2011) oder wie das Aufziehen von Kindern in Zukunft per Roboter funktionieren könnte (Addie Wagenknecht, Optimization of Parenthood, 2013).

Alternative Zukunftsszenarien zum Thema Wohnen und Energie entwickelt Tobias Revell in seiner fiktiven Dokumentation New Mumbai (2012), in der genetisch modifiziertes Genmaterial eine Invasion von Riesenpilzen in den Slums einer indischen Grossstadt zur Folge hat, die letztlich zur Unabhängigkeit der Bewohner beitragen, da sie als Energielieferanten genutzt werden können. Stadtentwicklung und öffentliches Transportwesen stehen im Zentrum der Auseinandersetzung der deutschen Künstlergruppe Reinigungsgesellschaft, die Bewohner einer amerikanischen Grossstadt zum Thema Bus to the Future (2012) befragt haben. Mit dem Thema Lust und Arbeit beschäftigt sich die amerikanische Künstlerin Stephanie Rothenberg. In Zusammenarbeit mit Jeff Crouse reflektiert sie in ihrem Online-Crowdfunding-Projekt Laborers of Love/LOL (2013) wie sexuelle Fantasien und Lüste mit zukünftiger Arbeitsauslagerung im Internet von anonymen Zulieferern bearbeitet werden können. Mögliche neue Lebensformen thematisiert Julia Minnig, Studentin an der Hochschule für Gestaltung Basel.

KünstlerInnen: Michael Burton und Michiko Nitta, Cohen van Balen, Julia Minnig, Reinigungsgesellschaft, Tobias Revell, Stephanie Rothenberg und Jeff Crouse, Addie Wagenknecht, u.a.

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