Olia Lialina, My Boyfriend Came Back From The War. online since 1996 (MBCBFTW), Netscape, 1996, Screenshot

My Boyfriend Came Back From The War. online since 1996

Die Ausstellung präsentiert Werke, die sich auf ‚MBCBFTW’ von Olia Lialina beziehen und anhand dieser die Entwicklung des World Wide Web als Medium und Technologie anschaulich machen.

Laufzeit: 21.01.2016 - 20.03.2016

Eines der zentralen Werke der künstlerischen Praxis im Internet der 1990er Jahre ist die Arbeit "My Boyfriend Came Back From the War" (MBCBFTW) der russischen Künstlerin Olia Lialina, die 2016 ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert. Die Arbeit hat Pioniercharakter – als interaktive Erzählung ebenso wie als Werk der Netzkunst. Sie thematisiert die Geschichte von zwei Menschen, die nach einem Krieg versuchen, miteinander über den Krieg zu reden.

"My Boyfriend Came Back From the War" ist ein einzigartiger Fall und faszinierendes Beispiel eines Werkes, dass seit 20 Jahren Künstlerinnen und Künstler inspiriert, die sich immer wieder aufs Neue darauf beziehen, sich mit der Arbeit beschäftigen oder sie im Sinne eines Remix neu interpretieren. Lialina hat diese Arbeiten in ihrem privaten Archiv unter dem Titel The Last Real Net Art Museum zusammengetragen. 27 Versionen hat sie mittlerweile gesammelt und 13 davon für die Ausstellung am HeK ausgewählt. 

Die Ausstellung spannt damit einen Bogen über 20 Jahre künstlerischer Praxis im Netz. Sie zeigt frühe Werke der Pionierphase von Mitte bis Ende der 1990er Jahre bis hin zu aktuellen künstlerischen Projekten. Anhand der künstlerischen Projekte macht die Ausstellung 20 Jahre des World Wide Web als Medium und Technologie anschaulich - von der ersten Begeisterung gegenüber einem neuen Medium hin zu einer omnipräsenten Technologie.  Die unterschiedlichen Entwicklungszustände des Internets werden in der Struktur und der technischen Verfasstheit der Projekte nachvollziehbar: von HTML bis hin zu Flash, von Dotcom zum E-Commerce, von der Website hin zur App.  

Entsprechend werden die Werke in der Ausstellung auf den jeweiligen historischen Geräten ihrer Zeit präsentiert, um den „Look and Feel“ der Entwicklung von Internet und Interfaces erlebbar zu machen und den Wandel innerhalb der Kommunikationstechnologien zum heutigen alles dominierenden Netzwerk hin aufzuzeigen, das mittels mobiler Geräte jederzeit und überall verfügbar ist.

Im Rahmen der Ausstellung wird eine Publikation erscheinen, die neben den Werkdokumentationen der präsentierten Arbeiten auch zentrale Essays zur Entwicklung von Netzkultur und künstlerischer Praxis im Internet enthalten wird. Zu den Autoren zählen Michael Connor, Kurator und Direktor der Netzplattform Rhizome in New York. Joanne McNeil, freie Kuratorin und Autorin, der russische Netztheoretiker Roman Leibov und der amerikanische Science-Fiction-Schriftsteller Bruce Sterling. 

Mit Arbeiten von:

Inbal Shirin Anlen, Freya Birren (Jennifer Walshe), Masha Boriskina, Vadim Epstein, Dragan Espenschied, JODI, Olia Lialina, Abe Linkoln, Guthrie Lonergan, Armin Medosch, Ignacio Nieto, Anna Russett, Tale of Tales a.k.a. Entropy8Zuper!, Mark Wirblich

Eröffnung: 20.01.2016, 19:00
Führungen: Sonntags, 15:00
Kurzführungen an der Museumsnacht 22.01.2016: 18:30, 19:30, 20:30, 21:30, 22:30

Mit Freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Konservierung und Restaurierung der HKB:



Eintritt: 9 CHF / 6 CHF (red.)

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So, 25.09.2016, 15:00