Conservation Piece(s) - Tagung zur Erhaltung performativer Medien

Theoretische Impulse und praktische Beispiele zur Erhaltung digitaler Kunst

Veranstaltung/Conservation Piece(s), Konferenz

27.06.2016, 09:30-18:00

Digitale Kunst hat sich in ihren unzähligen Ausprägungen in der künstlerischen Produktion längst etabliert; die kulturelle Relevanz steht außer Frage. Ihr Erhalt jedoch stellt Museen und Sammlungen vor neue Aufgaben: es handelt sich nicht um unveränderliche Objekte, die nach klassischen Vorstellungen "stabilisieren" lassen; vielmehr hat digitale Kunst eine Nähe zu Performance, da sich bei jedem Ablauf, oder: jeder Aufführung eines Computerprogramms neue Zustände ergeben können. Was also tun, wenn die Technik bereits veraltet ist, sobald man das Gerät einmal eingeschaltet hat? Wie geht man mit künstlerischen Werken um, die auf proprietäre Software angewiesen sind, die von den Herstellern nicht mehr weiterentwickelt wird, oder deren Hersteller nicht mehr existieren? Wie lassen sich netzbasierte Projekte für die Zukunft erhalten? 

Mit einer Tagung zum Erhalt digitaler Kunst möchte sich das HeK (Haus der elektronischen Künste Basel) in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Konservierung und Restaurierung der Hochschule der Künste in Bern diesem komplexen Thema anhand theoretischen Impulsen als auch mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis widmen. Als Auftakt der Reihe "Conservation Piece(s)" führt die Veranstaltung mit digitaler Kultur und Technik erfahrene Konservator_innen, Künstler_innen, Theoretiker_innen und Institutionen zusammen, um den aktuellen Stand des Themenfeldes zu betrachten, Lehren aus durchgeführten Projekten zu ziehen, Ausblicke in neue Erhaltungsstrategien zu geben und die Zusammenarbeit zwischen betroffenen Institutionen zu fördern.

Referent_innen:
Yves Bernard (iMAL, Brüssel), Annet Dekker (freie Kuratorin und Wissenschafterin, Mitarbeiterin im Team “Digital Preservation” an der Tate, London), Dragan Espenschied (Rhizome, New York), Agathe Jarczyk (Hochschule der Künste, Bern), Frieder Nake (Pionier der Computerkunst, Universität Bremen), Klaus Rechert (Universität Freiburg – bwFLA), u.a.

Um einen Praxisbezug herzustellen, wird im Rahmen der Tagung auch ein Workshop zum Thema Emulation stattfinden. Die Nutzung von Emulation—also Software, mittels derer sich ein Computer wie ein komplett anderer verhalten kann—hat sich mit der Entwicklung neuer, auf die Erhaltung digitaler Artefakte spezialisierter Frameworks, stark vereinfacht.  Dieser Workshop zeigt anhand von CD-ROM-Kunst aus den 1990er-Jahren, wie Institutionen mit Emulation arbeiten können, um die Werke für die interne Evaluation, lokale Ausstellungen oder öffentliche Zugänglichmachung benutzbar zu halten. Verwendung findet das Framework bwFLA/Emulation as a Service der Universität Freiburg.

Ablauf: Einführung CD-ROM-Kunst; Konservierung einer CD-ROM; Erhalt einer Software-Umgebung zur Ausführung der Software; Appraisal, Ausstellung, Web; Q/A Session.
Dauer: 2 Stunden
Leitung des Workshops: Dragan Espenschied und Klaus Rechert

Kontakt:
Sabine Himmelsbach, sabine.himmelsbach[at]hek.ch, +41 (0)61 331 58 04 und Agathe Jarczyk, agathe.jarczyk[at]hkb.bfh.ch, +41 (0)31 848 38 78

Anmeldung:
Lukas Zitzer, lukas.zitzer[at]heK.ch, +41-61-331 58 41, bis 24.06.2016, CHF 65.00 inkl. Verpflegung (wird vor Ort bezahlt)

Programm zum Download

Conservation Piece(s) - Tagung zur Erhaltung performativer Medien

Info
prev
prev
next

Related

Public Domain -...

Mo, 20.04.2015, 09:00

Applied Robotics in Art...

Fr, 20.05.2016, 10:00

Conservation Piece(s) -...

Do, 08.12.2016, 18:30

-- 588 dd