Christoph Wachter / Mathias Jud, New Nations, 2009–2011, screenshot

Christoph Wachter / Mathias Jud , New Nations

Year: 2009–2011
Type: Internet Community Projekt
Media Format: Router: TL-WR841ND (with handmade aluminum box), operating system OpenWRT Attitude Adjustment 12.09, wooden box, folded leaflet, book
Dimension: Wooden box: 26 x 25 x 42.4 cm; router: 18 x 18 x 5.5 cm
Duration:
Edition: 4/5 + 1 AP
Credits:
Acquisition: Acquired with BAK (Bundesamt für Kultur, Bern) funds as part of the research project Digitale Medienkunst am Oberrhein, 2012. On permanent loan from the Bundeskunstsammlung, Bern. Inv. No. S0003.
Keywords:
Artwork Link: http://www.new-nations.net
Artist Website: http://www.wachter-jud.net

Info
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Christoph Wachter / Mathias Jud, New Nations, 2009–2011, screenshot
Christoph Wachter / Mathias Jud, New Nations, 2009–2011, Kunsthaus Langenthal
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Wie zahlreiche der netzbasierten Werke des Schweizer Künstlerduos Wachter und Jud zeigt New Nations die Machtstrukturen des Internets auf. Das Werk ist ein Router, der dafür konzipiert wurde, die Grenzen der Freiheit der digitalen Kommunikationsgesellschaft sichtbar zu machen. Während Nationen und Staatsregierungen ihren eigenen Kontrollbereich haben (.de, .fr, .ch, .com, .mil, .gov), gibt es offiziell keine Toplevel-Domains für nicht anerkannte Gemeinschaften wie die Tibeter (.ti), Kurden (.ku), Uiguren (.uu) und Tamilen (.te). Um die handfesten politischen Machtinteressen erlebbar zu machen, welche die virtuelle Welt im Hintergrund formen, haben die Künstler den eigenen Domainnameserver (DNS) eingerichtet, welcher der Webseite www.new-nations.net entspricht. Der Router verbindet via DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) die angeschlossenen Computer automatisch mit dem DNS-Server New Nations. Solange der User die Netzwerkeinstellungen auf seinem Computer nicht ändert, sind die Websites der oben genannten Toplevel-Domains nicht zugänglich.

Artist Bio

Christoph Wachter (*1966), Zürich, Schweiz
Mathias Jud (*1974), Zürich, Schweiz, sie leben und arbeiten in Berlin.

Seit 2000 arbeiten Christoph Wachter und Mathias Jud als Künstlerduo an partizipatorische Gemeinschaftsprojekten zusammen, welche die Internetzensur und die Grenzen der digitalen Kommunikationsgesellschaft sichtbar machen. Ihre Interventionen hinterfragen beispielsweise den Grad unserer Online-Freiheit, der digitale Spaltung und der Kontrollen, welche bestimmen, was wir zu sehen bekommen. Mit Werken wie Zone Interdite (2000 – laufend), [ o ] picidae (2007 – laufend), New Nations (2009 –) oder Can you hear me? (2014) enthüllen die beiden Künstler Bilder von Sperrgebieten und sie kreieren offene, unabhängige Kommunikationsnetzwerke, die allen zur Verfügung stehen. Dabei laden sie uns ein, über neue Handlungsmöglichkeiten nachzudenken und stellen Instrumente bereit, um Zensur zu überwinden.