Elektroschrott

Green Crimes. Handlungs-möglichkeiten in Zeiten des Elektroschrotts

Die Forschungsgruppe Times of Waste lädt zur Podiumsdiskussion rund um das Thema Elektroschrott ein.

Veranstaltung/Konferenz

Mi, 15.11.2017, 18:30

Eintritt: Frei

Links: https://times-of-waste.ch

Die Bewältigung der gigantischen Mengen von giftigem Elektroschrott gehört zu den grossen Herausforderungen unserer Zeit. Trotz vielversprechender technischer Lösungsansätze wird der grösste Teil des Elektronikschrotts weltweit derzeit nicht recycelt. Nur allzu oft wird versucht, das Problem durch Verlagerung in Länder mit niedrigen Umweltstandards zu „lösen“. Doch die Elektroschrott-Produktion beginnt effektiv bereits beim Rohstoffabbau und der Herstellung der Geräte. Seit der Begriffsdefinition von Green Criminology durch M. Lynch 1990 hat die Diskussion an Schärfe gewonnen: Aktivist_innen bezeichnen diejenigen, die die Erde durch die Produktion und Deponierung gefährlicher Geräte und Materialien verschmutzen und somit anderen die Lebensgrundlage entziehen, als kriminell. Sie sollten als Verbrecher_innen verfolgt werden. Dabei müssten auch die Hersteller zur Verantwortung gezogen werden.

Aber kommt man wirklich weiter, wenn man mit Begriffen wie Kriminalität arbeitet? Ist das der Ansatz, mit dem man ausbeuterisches Wirtschaften unterbinden kann oder müsste man nochmals anders ansetzen? Dadurch dass man beispielsweise die Entsorgung technisch verbessert oder alternativ produzierte Geräte auf den Markt bringt? 

Eine Umweltjuristin, eine Sprecherin eines alternativen Smartphone-Produzenten und ein auf Elektronikschrott-Recycling spezialisierter Ingenieur diskutieren zusammen mit einer Technik- und Wissenschaftsphilosophin über diese dringlichen Fragen. Dabei sollen die unterschiedlichen fachlichen Blickwinkel zusammengedacht werden. Eingeladen wurden sie von der Forschungsgruppe Times of Waste.

Welche mögliche Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten gibt es? Wie lassen sich Veränderungen in einer globalisierten Welt implementieren? Welche Rolle spielt die Macht der Konsument_innen in den Industrienationen?

Panel: Ursula Brunner (Umweltjuristin, Zürich), Anna Muser (SHIFTphones Schweiz, Bern) und Rolf Widmer (Empa, St. Gallen).
Moderation: Astrid Schwarz (Technikphilosophin, Cottbus/Basel).
Im Publikum: Claudio Alder (SHIFTphones Schweiz) und Martin Lüchinger (AUE, Basel)

Dr. Dr. hc. Ursula Brunner arbeitet als Rechtsanwältin im Anwaltsbüro ettlersuter. Sie ist auf Umweltrecht und dessen Weiterentwicklung spezialisiert und war in verschiedenen eidgenössischen Gremien tätig.

Anna Muser ist Kommunikationsbeauftragte für SHIFT Schweiz, Claudio Alder der Geschäftsinhaber von SHIFT Schweiz. SHIFT arbeitet mit einem Familienunternehmen in China zusammen, setzt sich ein für faire Arbeitsbedingungen und setzt auf Reparierbarkeit der Komponenten. 

Rolf Widmer arbeitet als Ingenieur bei der Empa im Team für Technik und Gesellschaft. Dieses entwickelt national und international umweltverträgliche Recyclingmethoden im Bereich Elektroschrott – auch für Autos, die mittlerweile einen Grossteil des Elektroschrotts ausmachen. 

Prof. Dr. Astrid Schwarz forscht und unterrichtet am Studiengang „Kultur und Technik“ der Brandenburgischen technischen Universität in Cottbus. Sie interessiert sich, wie ein verantwortungsvoller Times of Waste Umgang mit zukunftsgerichteten Technologien im Anthropozän möglich ist.

Martin Lüchinger ist Abteilungsleiter im Bereich Abfall im Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt. Er setzt sich ein für eine umweltbewusste, innovative Abfallentsorgung und fordert neben der Entsorgung zukünftig die Vermeidung von Abfälle stärker anzugehen.

Das Team Times of Waste besteht aus Flavia Caviezel (Projektleitung), Mirjam Bürgin, Anselm Caminada, Adrian Demleitner, Marion Mertens, Yvonne Volkart und Sonia Malpeso.

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