Elemo Alekey Setphoto ©Elektro Moskva

Elektro Moskva / 15 Corners of the World

In Zusammenarbeit mit dem Slavischen Seminar Basel zeigt das HeK zwei Dokumentarfilme, die sich den Pionieren der elektronischen Musik in Russland und Polen widmen.

Veranstaltung/Filmvorführung

Do, 05.02.2015, 19:00

Elektro Moskva, 2013 (Dominik Spritzendorfer, Elena Tikhonova)

„Everything was humming, clicking, crackling“ erinnert sich Musiker Alexey Borisov an die elektrotechnischen Errungenschaften der Sovietunion zurück. Borisov ist nur einer der Portraitierten, der im Film „Elektro Moskva“ eindrückliche Erlebnisse über die Entstehung einer elektronischen Musikkultur schildert. Die aussergewöhnliche Geschichte der breiten, vitalen Musikszene begann mit der Gründung der Sowjetunion: Da diese die westliche Musik von Deep Purple oder den Rolling Stones verbot, versuchten sich Erfinder und Bastler an ganz eigenwilligen Musikproduktionen klanglicher Imperfektionen wie Lo-Fi-Sounds und kosmischen Chill Out Tunes. Geräte, die aufgrund militärischer Aufrüstung im Laufe des Kalten Kriegs erfunden wurden, wurde als Basis für die ersten elektronischen Musikmaschinen und -instrumente wie der Synthesizer oder das Theremin verwendet.

Der essayistische Dokumentarfilm zeigt Anekdoten von Musikern und Erfindern, Genies, Bastlern und Menschen, die in den letzten 50 Jahren Erstaunliches erlebt und erfunden haben. Original Footage aus den 60er Jahren und Interviews von heute haben die beiden Regisseure Dominik Spritzendorfer und Elena Tikhonova collageartig zusammengetragen. Von den ersten elektronischen Musikapparaturen, die Mithilfe von ehemaligen KGB-Devices gebaut wurden, bis hin zur heutigen Soundexperimenten, zeigt der Film humorvoll die faszinierenden Ursprünge der heutigen elektronischen Musik auf und macht deutlich, wie stark diese von dem politischen System der UdSSR und ihrer elektrotechnischen Entwicklung beeinflusst wurde.

15 Corners of the World, 2014 (Zuzanna Solakiewicz)

„I had never expected that the ‘robotic music’ is supposed to reflect the human soul. Until I met Eugeniusz Rudnik. And I thought about the idea: What if to make a film that gives priority to the sound more than to the picture? A film that gives interpretation to the music in order to capture it in picture? What if to show the sound?“ Zuzanna Solakiewicz, 2014

Zuzanna Solakiewicz portraitiert in ihrem Film „15 Corners of the World“ das musikalische Schaffen des polnischen Komponisten Eugeniusz Rudnik. Der heute 82-jährige Tüftler gehört zu den Pionieren der elektroakustischen Musik und hat mit seiner Arbeitsweise die Musikgeschichte massgeblich geprägt. Mit Tonband, Schere und Klebeband schafft er heute noch Klangwelten, die über die letzten Jahre ins Vergessen geraten sind. Solakiewicz nimmt uns mit auf eine musikalische und visuelle Reise zurück zu den Anfängen der von ihr betitelten „Robotermusik“, die damals noch analog produziert wurde. „15 Corners of the World“ wird so erzählt, dass Eugeniusz Rudniks Musik und Arbeitsweise in den Vordergrund rückt. Denn Solakiewicz benutzt die gestalterischen Mittel des bewegten Bildes, um die Klänge Rudniks zu visualisieren und schafft mit diesem experimentellen Dokumentarfilm ein Erlebnis neuen Hörens.

In Zusammenarbeit mit dem Slavischen Seminar Basel zeigt das HeK zwei Dokumentarfilme, die sich auf eigenwillige Weise den Pionieren der elektronischen Musik in Russland und Polen widmen.

Einführung von Studierenden des Slavischen Seminars der Uni Basel

Zwischen den beiden Filmen gibt es eine Pause mit osteuropäischer Verköstigung.

Elektro Moskva Trailer

15 Corners of the World Trailer

Elektro Moskva / 15 Corners of the World

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Mit Unterstützung des Osteuropa-Forums Basel

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